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Quantum Libet … so viel beliebt … in Wort und Bild …

Bitte und Danke …

Bitte und Danke …

„Hast sche dankschön gsagt?“ Das haben wir als Kinder oft von unseren Eltern gehört. Oder als Eltern haben wir bei den Kindern genau darauf geschaut, dass das nicht einreißt.

Bittschen song und Dankschen … das ist der „gute Ton“ „Des ghört sich einfach so“.

Und so als Halbstarke haben wir uns dann vielleicht dagegen gewehrt. „Wieso soll ich des immer song?“ „I mog doch den gar nicht!“ – „Betteln werd ich nicht!“.

Und es hat sicher nicht lange gedauert, bis wir gemerkt haben, dass es eben doch einen Unterschied macht.

Was hat jetzt das mit dem Evangelium zu tun? Das ist heute a bisserl komisch. Da ist einerseits der Herr, der seinem Verwalter erst kündigt und ihn dann lobt, dass er so klug gehandelt hat.

Im Endeffekt hat er das Geld von seinem Herrn verschenkt.

Und dann hören wir wieder, dass sich das nicht gehört?
Was war denn dann die Klugheit des Verwalters?

Die Klugheit war vielleicht, dass er erkannt hat, dass der Tag der Rechenschaft kommt und dem Verwalter seine Position nichts mehr nützen wird. Er hat auf seinen letzten Tagen, in denen er noch Macht hatte, alles getan, dass er danach auf freundlich gesinnte Helfer hoffen kann.

Schauen wir uns an, wie sein Leben ausgeschaut haben könnte.

Der Verwalter hatte wahrscheinlich eine gute Ausbildung oder elterlichen Besitz und darum hatte er Beziehungen zu dem Herrn, der ihn dann als Verwalter eingestellt hatte.

In dem Job hat er es sich dann auch raushängen lassen, dass er mehrer und schwerer ist. Oder er hat die anderen einfach vergessen oder übersehen.

Und dann kam der Tag der Rechenschaft und da ist ihm gerade noch die Nächstenliebe eingefallen.

Ja er hat grade noch die Kurve gekratzt, würde man sagen.

 

Und jetzt kommt der zweite Teil vom Evangelium. Wir lernen, wie wir vielleicht einen besseren Lebensentwurf entdecken können. Wir lernen, dass wir besser schon von vorneherein rechtschaffend sind.

„Besser wäre es im Kleinen schon zuverlässig zu sein“ heißt es … und auf den Nächsten zu schauen. Dann können wir schon zu Lebzeiten größeres für diese Welt tun. – heißt es weiter.

Ja diese Welt ist so groß und wie soll ich da was richten?

Diese Frage stellen wir uns immer wieder und könnten daran verzweifeln. Wir wollen ja gut sein, aber es ist halt alles so schwierig, wenn die anderen es nicht sind.

Ja, auch Paulus hat sich diese Gedanken schon gemacht.

Er kann uns sagen, wie wir ganz einfach den ersten Schritt machen können, ohne uns was zu vergeben.

Bitten, Beten, Fürbitten und Danken.

Das sind seine Zauberworte.

„Wie heißt das Zauberwort?“ „Bitte“

Mit dem Wort: „Bitte “ stellen wir uns vor den anderen hin und sagen: „Du bist jetzt wichtig für mich – ich brauche Dich!“ Und ganze ehrlich – sowas hören wir doch gerne. Damit sind wir mit dem anderen verbunden. Und wenn wir was tun und dann kommt noch ein „Danke!“

Dann sind wir ganz nah dran auch ihn mal um was zu bitten.

Jeder hat seine Talente und mit Bitte und Danke formen wir eine Gemeinschaft von ganz unterschiedlichen Menschen, die ganz unterschiedliche Dinge können. Wir sind schon im Kleinen zuverlässig. Wir formen eine Gemeinde. Wir Formen eine Ecclesia, eine Kirche die nicht den Mammon als Herr hat, sondern das Leben in seiner Vielfalt als Geschenk annimmt und feiert.

Die „bessere Welt“ ist ein kleines Pflänzchen und „Bitte und Danke“ ist die Pflege, die es beständig braucht um zu wachsen. Amen